Lechwehr

Präsentation der neuen App „Stadtmuseum Landsberg am Lech“

Das Stadtmuseum Landsberg am Lech veröffentlicht mit seiner offiziellen App „Stadtmuseum Landsberg am Lech“ ein neues, digitales Informationsangebot. Die App wurde am Mittwoch im Rahmen eines Pressetermins vorgestellt. Sie wird Teil des interaktiven Multimediaguides im neu gestalteten Stadtmuseum sein. Noch vor der Wiedereröffnung des Museums informiert eine Tour der App mit dem Titel Landsberg und der Nationalsozialismus über die Zeit des Nationalsozialis-mus sowie dessen Vorbedingungen und Nachwirkungen von 1923 bis 1958.

Die Tour der neuen App „Stadtmuseum Landsberg am Lech“ führt an sieben historische Orte der Zeitgeschichte in und um Landsberg am Lech – Orte, die uns in unserer Gegenwart herausfordern und Erinnerung wie Mahnung zugleich sind. In Wort, Bild und Ton macht die Tour sichtbar, was einmal unsichtbar gemacht wurde. Sie gibt Menschen, die zum Verstummen gebracht wurden, wieder eine Stimme. Die Tour beginnt am Hauptplatz und führt von dort zur Justizvollzugsanstalt sowie an den Spöttinger Friedhof. Weitere Stationen sind das DAG-Gelände, das ehemalige KZ-Lager VII und die ehemalige Saarburg-kaserne, in der das Displaced Persons Camp untergebracht war. Das Ende ist an der Kriegsopfergedächtniskapelle in der Katharinenstraße.

An jeder Station der Tour lässt sich Geschichte interaktiv erkunden. Dazu können Nutzerinnen und Nutzer wählen zwischen Hör- und Textbeiträgen, Fotos, einem Video sowie einer 360-Grad-Ansicht, die einen Blick in die sonst geschlossene Kriegsopfergedächtniskapelle ermöglicht. Wegbeschreibungen und interaktive Karten mit Trackingfunktion machen die Orientierung während der Tour leicht. Die 13 Kilometer lange Tour der App „Stadtmuseum Landsberg am Lech“ ist für Radfahrer konzipiert – jedoch sind die historischen Orte auch mit dem Auto erreichbar. Darüber hinaus kann man die Tour ganz gemütlich zuhause auf dem Sofa am mobilen Endgerät unternehmen.

Die Hörfunkjournalistin Sabine März-Lerch aus Landsberg am Lech, die Kulturwissenschaftlerin Carolin Keim aus Waltenhofen und Museumsleiterin Sonia Schätz haben das Konzept und die Inhalte über ein Jahr lang entwickelt. Die Leiterin des Stadtmuseums Landsberg am Lech Sonia Schätz sagt: „Ein wichtiges Anliegen des Projekts war es, die Menschen zu Wort kommen zu lassen, die sich für die Erinnerungsarbeit in Landsberg engagieren.“

Interviewpartner waren der Zeitzeuge Abba Naor, die Expertin für Gedenkstättenpädagogik Prof. Dr. Annette Eberle von der Katholischen Stiftungshochschule München, die beiden Zeithistoriker Prof. Dr. Peter Fleischmann von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie Prof. Dr. Thomas Raithel vom Institut für Zeitgeschichte in München, der ehemalige Vorsitzende des Vereins Europäische Holocaustgedenkstätten Stiftung e.V. Manfred Deiler, die Denklinger Installationskünstlerin Cornelia Rapp, der Landsberger Bildhauer Franz Hartmann und Altoberbürgermeister Franz Xaver Rössle.

Die App „Stadtmuseum Landsberg am Lech“ versteht sich als Baustein in einem Maßnahmenbündel der Gedenkarbeit in der Region. Neben der Website www.landsberg-kaufering-erinnern.de und neben der künftigen Umsetzung der zeitgeschichtlichen Abteilung im Stadtmuseum gibt es damit ein weiteres digitales Angebot, das vielen Menschen kostenlos offensteht. Die mobile Anwendung ist barrierefrei. Sie bietet aktuell die Wahl zwischen Deutsch und Englisch, als weitere Sprachen werden Hebräisch und Italienisch folgen. Gefördert wird die App durch das Förderprogramm fabulAPP der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern sowie durch die Bayerische Sparkassenstiftung und die Sparkasse Landsberg-Dießen.

Kostenlos zum Download: Die offizielle App des Stadtmuseums Landsberg am Lech gibt es von nun an im Google Playstore und im Apple Store kostenlos zum Download unter „Stadtmuseum Landsberg am Lech“.